Das pädagogische Konzept von PROSOYA

lm Laufe der Jahre haben sich Schwerpunkte und Zielsetzungen für die Erziehungs- und Ausbildungsarbeit mit  den Jugendlichen in PROSOYA herauskristallisiert:

  • Alle Unterstützungsleistungen und die konkrete Erziehungs- und Ausbildungsarbeit vor Ort werden von einheimischen Kräften durchgeführt.
  • Die Jugendlichen im Jungen- wie im Mädchenprojekt erhalten die Möglichkeit, an der staatlichen Schule im Dorf ihren Sekundarabschluss zu machen, ohne dabei von familiären Versorgungsproblemen belastet zu sein.
  • Sie erhalten im Projekt Verpflegung und Unterkunft, wobei die Mahlzeiten ausreichend, aber nicht übertrieben üppig sind. Ebenso sind Ausstattung, Mobiliar, Kleidung und alle Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens einfach und bescheiden, aber sauber und geschmackvoll. Jeder Luxus wird bewusst vermieden. Man muss bedenken, dass sich die Jugendlichen nach Beendigung ihrer Projektzeit von Neuem der rauen peruanischen Realltät zu stellen haben.
  • Auch für die geistliche Betreuung wird im Projekt gesorgt. Nachdem jahrelang ein deutscher Pastor aus Lima in regelmäßigen Abständen ethischen Unterricht und Gottesdienste angeboten hatte, wird diese Aufgabe neuerdings von dem neuen Projektleiter und seiner Ehefrau (deutsche Pastorin) übernommen.
  • Jeweils 8 Jugendliche leben mit ihren peruanischen Betreuern in Familiengruppen, NUCFAs -, nucleos familiares'- in einer fröhlichen Gemeinschaft und lernen von- und miteinander.
  • Sie erledigen die häuslichen Aufgaben, halten ihre Zimmer, Duschen und Toiletten sauber, pflegen die Anlage, versorgen Tiere, waschen ihre Wäsche und übernehmen Aufgaben in der Küche.
  • Die Jugendlichen erhalten die Möglichkeit, ihre Talente zu entdecken und Fähigkeiten zu erwerben, die ihnen in ihrem späteren beruflichen und familiären Leben helfen, die Armut, aus der sie kommen, zu überwinden.
  • Jeden Abend nach dem Abendessen versammeln sich alle Schüler und Betreuer zum "noticiario". Es handelt sich um eine gespielte Nachrichtensendung, wie man sie aus dem Radio oder dem Fernsehen kennt. Nach festgelegtem Plan sind täglich drei Schüler an der Reihe, die lokalen, die regionalen und die internationalen Nachrichten des Tages vorzutragen. Die übrigen Schüler bilden den Zuhörer- und Zuschauerkreis. Nur konstruktive Kritik ist in der anschließenden Dialogschulung zugelassen, um das Selbstbewusstsein und die Kritikfähigkeit der Schüler zu trainieren.
  • Nachmittags haben sie praktischen Unterricht, genannt EAPNE - educación alternativa práctica no escolarizada - und lernen nacheinander alle Werkstattbereiche kennen. Dabei finden sie heraus, was lhnen am besten gefällt.
  • Nach ihrem Schulabschluss bleiben sie noch ein Jahr lang im Projekt und spezialisieren sich in zwei Fächern. Am Ende steht eine praktische Abschlussprüfung.

  Unterricht im Projekt
















Die Jugendlichen leben in einer freundschaftlichen Atmosphäre, in der ethische Werte vermlttelt und gelebt werden, in der einer den anderen achtet und fördert.
Ordnung, Sauberkeit, Fleiß, Bescheidenheit, Hilfsbereitschaft, Ehrlichkeit, Höflichkeit, Zuverlässigkeit und Dankbarkeit sind wichtige Grundpfeiler dieser Werteerziehung.

Die Jugendlichen haben dabei die Möglichkeit, eigene Gedanken und Ideen zu entwickeln, und werden ermuntert, diese auch zu äußern. Im Umgang miteinander erwerben sie Kritikfähigkeit und ein gesundes Selbstvertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit.

Es wird ihnen nahegelegt, nach Abschluss ihrer Ausbildung in ihrem ländlichen Umfeld zu bleiben und
möglichst nicht ein "besseres Leben" in der Großstadt Lima anzustreben. Durch die Arbeit in den Projekten soll der Landflucht entgegengewirkt werden.



Krista Schlegel im Interview finden Sie über "mehr",  rechts unten!

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